Schlussformulierung im Arbeitszeugnis


Inhaltlicher Aufbau der Schlussformulierung

Der Schlussformulierung oder auch Abschlussformel genannte Abschnitt im Arbeitszeugnis besteht zumeist aus den folgenden Teilen:

  • Beendigungsformel bzw. Ausstellungsformel
  • Ausdruck von Dank für die geleistete Arbeit und Bedauern über das Fortgehen
  • Zukunfts- und Erfolgswünsche
  • Wiedereinstellungsversprechen
Dabei besteht kein Anspruch auf den Ausdruck von Dank, Bedauern oder Wünschen für die Zukunft des Arbeitnehmers. Ein Fehlen dieser Komponenten ist also nicht unbedingt als negativ zu interpretieren. Wenn diese jedoch vorhanden sind, dürfen sie in ihrer Wertung nicht dem restlichen Arbeitszeugnis widersprechen. Wie die Formulierungen im Einzelnen zu werten sind, darauf wird in den folgenden Kapiteln näher eingegangen.

Beendigungsformel bzw. Ausstellungsformel

Die Beendigungsformel teilt sich in der Regel in die Bestandteile Beendigungsgrund, Beendigungsart und Initiator der Beendigung auf. Ein Beispiel verdeutlicht dies am besten:

Leider mussten wir (Initiator) rezessionsbedingt (Beendigungsgrund) das Beschäftigungsverhältnis fristgerecht (Beendigungsart) betriebsbedingt kündigen.

Initiator

Der Initiator einer Kündigung ist in der Regel entweder der Arbeitnehmer selbst oder der Arbeitgeber. In seltenen Fällen kann die Kündigung auch durch beide Parteien in Form eines Aufhebungsvertrags initiiert werden. In Wirklichkeit geht die Initiative dabei aber häufig vom Arbeitgeber aus und man einigt sich letztendlich auf den Abschluss eines Aufhebungsvertrags. Läuft ein befristeter Arbeitsvertrag aus, gibt es hingegen keinen Initiator.

Beendigungsgrund

Weitere Beendigungsgründe können (abhängig vom Initiator) z.B. sein:

Initiator ist der Arbeitnehmer
  • Verlegung des Wohnsitzes / Umzug in eine weiter entfernte Stadt
  • Betreuung der Kinder in Vollzeit
Initiator ist der Arbeitgeber
  • Schließung eines Betriebsteils
  • Rezession bzw. wirtschaftliche Probleme des Unternehmens
  • Umstrukturierung

Darüber hinaus kann der Grund für die Beendigung auch in einer auslaufenden Befristung des Arbeitsverhältnisses oder in einem Aufhebungsvertrag liegen.

Beendigungsart

Die Beendigungsart ist die Art und Weise wie ein Arbeitsvertrag beendet wird. Damit ist gemeint, ob er fristgerecht bzw. fristgemäß oder fristlos beendet wurde. Die im Arbeitsvertrag vereinbarte Kündigungsfrist kann sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer nicht eingehalten werden. Vom Arbeitgeber z.B. durch eine fristlose Kündigung aus Verhaltensgründen und vom Arbeitnehmer beispielsweise durch vorzeitiges Verlassen des Unternehmens (Vertragsbruch). Wird hingegen die Kündigungsfrist vom Kündigenden eingehalten, dann spricht man von einer fristgerechten Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses.

Ausdruck von Dank und Bedauern

Auch wenn man keinen Anspruch darauf hat, sollte der Dank für die geleistete Arbeit und das Bedauern über das Verlassen des Unternehmens in einem guten bzw. sehr guten Arbeitszeugnis nicht fehlen. Danach wird ein fachkundiger Personaler im Zeugnis suchen. Ähnlich wie bei der Leistungsbeurteilung gibt es auch hier die abgestuften positiven Formulierungen, die im Wesentlichen einer Schulnote zugeordnet werden können. Im Folgenden ein paar Beispiele mit Zuordnung der jeweiligen Note:

Beurteilung/Schulnote Formulierung
sehr gut (1) Wir bedauern, in Frau Muster eine hervorragende Führungskraft zu verlieren, und danken ihr für die stets vorbildliche Leistung.
gut (2) Wir bedauern, in Herrn Meier eine gute Fachkraft zu verlieren, und danken ihm für die stets gute Leistung im Bereich Rechnungswesen.
befriedigend (3) Wir bedauern, in Frau Müller eine gute Fachkraft zu verlieren, und danken ihr für die gute Leistung im Bereich Warenwirtschaft.
ausreichend (4) Wir waren mit Herrn Schmitz zufrieden und bedanken uns für die Zusammenarbeit.

Zukunfts- und Erfolgswünsche

Die Wünsche für die Zukunft und den weiteren Erfolg des Arbeitnehmers sollten nicht fehlen, da dies als negativ interpretiert werden kann. Sie werden häufig mit dem Satz über Dank und Bedauern (siehe oben) zusammengefasst, können aber auch in einem eigenständigen Satz formuliert werden. Auch hier zur Verdeutlichung ein paar Beispiele mit den jeweiligen Schulnoten:

Beurteilung/Schulnote Formulierung
sehr gut (1) Wir wünschen Herrn Mustermann auf seinem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.
gut (2) Wir wünschen Frau Friedrich beruflich und persönlich alles Gute.
befriedigend (3) Wir wünschen Herrn Otto für seine weitere Tätigkeit alles Gute.
ausreichend (4) Wir wünschen ihr für ihren weiteren Lebensweg alles Gute.

Wiedereinstellungsversprechen

Das Versprechen einen Mitarbeiter später wieder einzustellen wird man nur einem hervorragenden Arbeitnehmer machen. Daher ist ein solches Wiedereinstellungsversprechen nicht so häufig in einem Arbeitszeugnis anzutreffen. Wenn es vorhanden ist, stellt es jedenfalls ein sehr positives Signal an den potenziellen neuen Arbeitgeber dar.

Das Versprechen über die Wiedereinstellung kann z.B. gegeben werden, wenn die wirtschaftliche Lage des Unternehmens aktuell eine Weiterbeschäftigung nicht zulässt, man bei einer Besserung der Wirtschaftslage aber den Mitarbeiter gerne wieder im Unternehmen hätte. Ebenso könnte der Arbeitgeber ein Wiedereinstellungsversprechen abgeben, wenn er hofft, dass ein sehr guter Mitarbeiter, der von sich aus gekündigt hat, wieder zurück kommt, wenn es ihm beim neuen Arbeitgeber nicht gefällt.

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