Die Arbeitszeugnis-Arten


Unterschiede der verschiedenen Varianten

Unter inhaltlichen Aspekten gibt es zwei verschiedene Arten von Arbeitszeugnissen. Die bekannteste Art ist wohl das qualifizierte Arbeitszeugnis. Daneben gibt es noch das einfache Arbeitszeugnis. Beide Arten existieren darüber hinaus noch als spezielle Varianten, nämlich als Zwischenzeugnis, Berufsausbildungszeugnis oder Praktikumszeugnis. Im Folgenden wollen wir Ihnen die Unterschiede näher vorstellen.

Das einfache Arbeitszeugnis

Das einfache Arbeitszeugnis ist eine Bescheinigung über ein Arbeitsverhältnis und die in diesem Rahmen ausgeführten Tätigkeiten. Dazu gehört auch die Art des Arbeitsverhältnisses und der Zeitraum, in dem dieses bestand. Der entscheidende Unterschied zu einem qualifizierten Arbeitszeugnis ist, dass das einfache Zeugnis keine Beurteilung der Leistung und der Führung des Arbeitnehmers enthält.

Ein einfaches Zeugnis wird in der Regel ausgestellt, wenn es sich

  • um einen kurzen Zeitraum handelt
  • und/oder die Tätigkeit eine geringe Qualifizierung erforderte.

Das einfache Arbeitszeugnis hat typischerweise folgenden Aufbau und Inhalt:

  • Überschrift
  • Vorname und Nachname
  • Anschrift
  • Geburtsdatum
  • Berufsbezeichnung
  • Art der Beschäftigung (konkreter Tätigkeitsbereich)
  • Beginn und Ende des Beschäftigungsverhältnisses
  • Beendigungsgrund (falls vom Arbeitnehmer gewünscht)
  • Ort, Datum und Unterschrift

Beim Beendigungsdatum ist zu beachten, dass es sich um das Ende des Arbeitsverhältnisses handelt und nicht um das Datum, an dem der Arbeitnehmer (z.B. wegen eines vorhandenen Resturlaubs) aufgehört hat zu arbeiten.

Das qualifizierte Arbeitszeugnis

Das qualifizierte Arbeitszeugnis enthält über die Angaben im einfachen Zeugnis hinaus noch eine Beschreibung und Beurteilung der Leistung und Führung des Arbeitnehmers. Wichtig ist hierbei, dass alles Wesentliche enthalten ist, um den Arbeitnehmer für die gesamte Dauer seiner Beschäftigung zu beurteilen. Dabei geht es vor allem um

  • die Fähigkeiten des Arbeitnehmers,
  • seine erbrachten Leistungen,
  • die Belastbarkeit, Initiative und den gezeigten Einsatz,
  • das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und weiteren Mitarbeitern und
  • ggf. sein Führungsverhalten (wenn er eine Führungsposition innehatte).

Über die beim einfachen Zeugnis bereits aufgeführten Punkte hinaus sollte ein qualifiziertes Arbeitszeugnis noch folgende Elemente enthalten:

  • Tätigkeitsbeschreibung (bei verschiedenen Positionen/Tätigkeiten in zeitlicher Reihenfolge)
  • Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrung
  • Besondere Erfolge und persönliche Stärken
  • Beurteilung der Leistung
  • Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen (wenn für die Tätigkeit relevant)
  • Sozialverhalten des Arbeitnehmers
  • Führungskompetenz und -leistung (nur bei Führungskräften)
  • Schlussformulierung mit Dank, Bedauern und Zukunftswünschen

Unterarten

Es gibt noch einige Unterarten von Arbeitszeugnissen, die inhaltlich gesehen ein einfaches oder qualifiziertes Arbeitszeugnis sein können. Dazu gehört das Zwischenzeugnis, das Berufsausbildungszeugnis und das Praktikums- bzw. Nebenjobzeugnis.

Zwischenzeugnis

Das Zwischenzeugnis wird während eines fortbestehenden Arbeitsverhältnisses ausgestellt und ist einem Endzeugnis sehr ähnlich. Davon unterschieden werden kann es in der Regel durch eine entsprechende Überschrift und eine Formulierung im Präsens. Darüber hinaus enthält die Schlussformulierung kein Bedauern, dafür aber den Grund für die Ausstellung des Zwischenzeugnisses. Gründe dafür können sein:

  • In Aussicht gestellte Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber
  • Arbeitnehmer wechselt den Arbeitsplatz oder wird im Unternehmen versetzt
  • Wechsel des Vorgesetzten des Arbeitnehmers
  • Spezielle Fortbildung erfordert die Vorlage eines Zwischenzeugnisses
  • Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses auf absehbare Zeit (z.B. Elternzeit)

Berufsausbildungszeugnis

Das Berufsausbildungszeugnis unterscheidet sich vom normalen Arbeitszeugnis dadurch, dass vor allem die während der Ausbildung erlangten Fähigkeiten und Kenntnisse beschrieben werden. Ausserdem liegt der Schwerpunkt der Leistungsbeurteilung auf Aspekten wie Auffassungsgabe, Lernfähigkeit und Lernwillen, welche in einer Ausbildung erwartet werden. Darüber hinaus sollten die Stationen, die der Auszubildende innerhalb des Unternehmens durchlaufen hat und die damit verbundenen Erfahrungen beschrieben sein. Falls eine Abschlussprüfung absolviert wurde, kann diese ebenfalls erwähnt werden.

Praktikumszeugnis/Nebenjobzeugnis

Ein Praktikumszeugnis ist grundsätzlich genauso aufgebaut wie ein anderes einfaches oder qualifiziertes Arbeitszeugnis. Normalerweise ist dieses aber nicht so ausführlich, da es sich um einen kurzen Zeitraum handelt. Dennoch kann ein Praktikums- oder Nebenjobzeugnis (z.B. für Schüler oder Studenten) hilfreich sein, um bei der Bewerbung auf eine Ausbildungsstelle oder die erste Stelle nach dem Studium das eigene Engagement in der Arbeitswelt zu zeigen.

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